
Chronische Beschwerden in der Lendenwirbelsäule und im Gesäßbereich sind im höheren Alter weit verbreitet – aber nicht unvermeidlich. Hier finden Sie verständliche Informationen und gezielte Übungen für Ihren Alltag.
Chronische Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) und der Glutealregion (Gesäß und Hüfte) betreffen einen Großteil der Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Die Ursachen sind meist vielschichtig und entstehen über viele Jahre.
Ab dem 50. Lebensjahr verliert der Körper ohne gezieltes Training zunehmend Muskelmasse. Schwache Rumpf- und Gesäßmuskeln können die Wirbelsäule nicht mehr ausreichend stabilisieren.
Bandscheibenverschleiß, Wirbelgelenksarthrose und Veränderungen am Iliosakralgelenk (ISG) sind typische Altersveränderungen, die Schmerzen verursachen können.
Langes Sitzen führt zur Verkürzung des M. iliopsoas. Dieser zieht das Becken nach vorne und belastet die LWS dauerhaft – ein häufig übersehener Schmerzauslöser.
Der tiefe Gesäßmuskel (M. piriformis) kann den Ischiasnerv reizen und Schmerzen verursachen, die bis ins Bein ausstrahlen – oft verwechselt mit einem Bandscheibenvorfall.

Die Osteopathie betrachtet den Körper als Einheit – Wirbelsäule, Becken, Organe und Faszien werden ganzheitlich behandelt.

Die Osteopathie behandelt nicht nur den Schmerzort, sondern sucht nach den Ursachen im gesamten Körpersystem. Blockaden in der Wirbelsäule, im Becken oder in den Faszien können Schmerzen verursachen, die weit vom eigentlichen Ursprung entfernt spürbar sind.
Sanfte Mobilisation von Wirbelsäule, ISG und Hüftgelenk
Lösung von Verklebungen im Bindegewebe
Behandlung von Organen, die Rückenschmerzen mitverursachen
Gezielte Übungen zur Selbsthilfe zwischen den Terminen
Starke Gesäß- und Rumpfmuskeln sind das wichtigste Fundament für einen schmerzfreien Rücken. Diese vier Übungen sind speziell für ältere Patienten geeignet – sicher, effektiv und ohne Geräte durchführbar.
Rückenlage, Beine angestellt, Füße hüftbreit. Das Gesäß langsam anheben, bis Schulter, Hüfte und Knie eine Linie bilden. 2–3 Sekunden halten, dann langsam absenken.
Vierfüßlerstand: Knie unter Hüfte, Hände unter Schultern. Rechten Arm und linkes Bein gleichzeitig strecken und ca. 5 cm anheben. 5–10 Sekunden halten, Seite wechseln.
Seitlage, Beine gestreckt. Das obere Bein ca. 30 cm anheben, kurz halten und kontrolliert absenken. Dieser Muskel stabilisiert das Becken beim Gehen.
Rücken an der Wand, Knie ca. 90° gebeugt (oder weniger bei Schmerzen). Position halten. Kräftigt die gesamte Beinrückseite und entlastet die Lendenwirbelsäule.

Verspannte und verkürzte Muskeln sind häufig die Hauptursache chronischer Rückenschmerzen. Diese Dehnübungen lösen Verspannungen in LWS, Gesäß und Hüfte – täglich 10–15 Minuten genügen.
Rückenlage. Ein Knie mit beiden Händen sanft zur Brust ziehen, bis eine angenehme Dehnung im unteren Rücken und Gesäß spürbar ist. Dann beide Knie gleichzeitig.
Rückenlage, rechtes Bein angestellt. Linken Knöchel auf den rechten Oberschenkel legen (Figur-4). Beide Beine zur Brust ziehen. Dehnung tief im Gesäß spürbar.
Kniender Ausfallschritt: ein Knie auf der Matte, das andere Bein vorne. Becken sanft nach vorne schieben, bis Dehnung an der Vorderseite der Hüfte spürbar. Aufrecht bleiben.
Rückenlage, Beine angestellt. Beide Knie gemeinsam zur rechten Seite kippen, Schultern bleiben am Boden. Sanft in die Rotation atmen. Seite wechseln.
Vierfüßlerstand. Abwechselnd: Rücken runden (Katzenbuckel, Kinn zur Brust) und Rücken hohlkreuzen (Kuhposition, Blick nach oben). Langsam und fließend.
Aufrecht sitzen (Stuhl oder Boden). Rechten Knöchel auf den linken Oberschenkel legen. Leicht nach vorne beugen, bis Dehnung im Gesäß spürbar. Auch im Alltagsstuhl möglich.
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