Ältere Patientin bei Rückenübungen
Privatpraxis Osteomedicum · Dr. Teichgräber

Rücken­schmerzen im Alter verstehen und aktiv lindern

Chronische Beschwerden in der Lendenwirbelsäule und im Gesäßbereich sind im höheren Alter weit verbreitet – aber nicht unvermeidlich. Hier finden Sie verständliche Informationen und gezielte Übungen für Ihren Alltag.

Hintergrundwissen

Warum Rückenschmerzen im Alter so häufig sind

Chronische Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) und der Glutealregion (Gesäß und Hüfte) betreffen einen Großteil der Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Die Ursachen sind meist vielschichtig und entstehen über viele Jahre.

Muskelschwund (Sarkopenie)

Ab dem 50. Lebensjahr verliert der Körper ohne gezieltes Training zunehmend Muskelmasse. Schwache Rumpf- und Gesäßmuskeln können die Wirbelsäule nicht mehr ausreichend stabilisieren.

Degenerative Veränderungen

Bandscheibenverschleiß, Wirbelgelenksarthrose und Veränderungen am Iliosakralgelenk (ISG) sind typische Altersveränderungen, die Schmerzen verursachen können.

Verkürzter Hüftbeuger

Langes Sitzen führt zur Verkürzung des M. iliopsoas. Dieser zieht das Becken nach vorne und belastet die LWS dauerhaft – ein häufig übersehener Schmerzauslöser.

Piriformis-Syndrom

Der tiefe Gesäßmuskel (M. piriformis) kann den Ischiasnerv reizen und Schmerzen verursachen, die bis ins Bein ausstrahlen – oft verwechselt mit einem Bandscheibenvorfall.

Wichtig: Schmerzen bedeuten nicht automatisch Schaden. Regelmäßige, sanfte Bewegung ist in den meisten Fällen die beste Therapie – und wirksamer als Schonung.
Illustration der Wirbelsäule und LWS-Region
Osteopathischer Ansatz

Die Osteopathie betrachtet den Körper als Einheit – Wirbelsäule, Becken, Organe und Faszien werden ganzheitlich behandelt.

Osteopathische Behandlung am Rücken
Osteopathie

Was Osteopathie bei chronischen Rückenschmerzen leisten kann

Die Osteopathie behandelt nicht nur den Schmerzort, sondern sucht nach den Ursachen im gesamten Körpersystem. Blockaden in der Wirbelsäule, im Becken oder in den Faszien können Schmerzen verursachen, die weit vom eigentlichen Ursprung entfernt spürbar sind.

Manuelle Behandlung

Sanfte Mobilisation von Wirbelsäule, ISG und Hüftgelenk

Faszientherapie

Lösung von Verklebungen im Bindegewebe

Viszerale Osteopathie

Behandlung von Organen, die Rückenschmerzen mitverursachen

Heimübungen

Gezielte Übungen zur Selbsthilfe zwischen den Terminen

Kräftigung

Kraftübungen für Gesäß & Lendenwirbelsäule

Starke Gesäß- und Rumpfmuskeln sind das wichtigste Fundament für einen schmerzfreien Rücken. Diese vier Übungen sind speziell für ältere Patienten geeignet – sicher, effektiv und ohne Geräte durchführbar.

3×/Woche
empfohlene Häufigkeit
01
Gesäß & tiefer Rücken

Brücke

Rückenlage, Beine angestellt, Füße hüftbreit. Das Gesäß langsam anheben, bis Schulter, Hüfte und Knie eine Linie bilden. 2–3 Sekunden halten, dann langsam absenken.

3 × 10–15 Wdh.
Bauch leicht anspannen, Gesäß aktiv zusammenpressen.
02
Wirbelsäulenstabilität

Vierfüßler-Diagonale

Vierfüßlerstand: Knie unter Hüfte, Hände unter Schultern. Rechten Arm und linkes Bein gleichzeitig strecken und ca. 5 cm anheben. 5–10 Sekunden halten, Seite wechseln.

3 × 10 Wdh. pro Seite
Rücken gerade halten – kein Hohlkreuz, kein Rundrücken.
03
Seitlicher Gesäßmuskel

Seitliches Beinheben

Seitlage, Beine gestreckt. Das obere Bein ca. 30 cm anheben, kurz halten und kontrolliert absenken. Dieser Muskel stabilisiert das Becken beim Gehen.

3 × 15 Wdh. pro Seite
Becken nicht nach hinten kippen – Hüfte bleibt senkrecht.
04
Oberschenkel & Gesäß

Wandsitzen

Rücken an der Wand, Knie ca. 90° gebeugt (oder weniger bei Schmerzen). Position halten. Kräftigt die gesamte Beinrückseite und entlastet die Lendenwirbelsäule.

3 × 20–40 Sek.
Beginnen Sie mit 20 Sekunden und steigern Sie langsam.
Älteres Paar beim gemeinsamen Rückentraining
Dehnung & Mobilisation

Dehn- und Mobilisationsübungen

Verspannte und verkürzte Muskeln sind häufig die Hauptursache chronischer Rückenschmerzen. Diese Dehnübungen lösen Verspannungen in LWS, Gesäß und Hüfte – täglich 10–15 Minuten genügen.

Täglich
10–15 Min. reichen
05
LWS & Gesäßmuskeln

Knie zur Brust

Rückenlage. Ein Knie mit beiden Händen sanft zur Brust ziehen, bis eine angenehme Dehnung im unteren Rücken und Gesäß spürbar ist. Dann beide Knie gleichzeitig.

30 Sek. pro Seite, 3 ×
Atmung ruhig halten – beim Ausatmen tiefer in die Dehnung.
06
Tiefer Gesäßmuskel

Piriformis-Dehnung

Rückenlage, rechtes Bein angestellt. Linken Knöchel auf den rechten Oberschenkel legen (Figur-4). Beide Beine zur Brust ziehen. Dehnung tief im Gesäß spürbar.

30–45 Sek. pro Seite, 3 ×
Besonders hilfreich bei Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen.
07
M. iliopsoas

Hüftbeuger-Dehnung

Kniender Ausfallschritt: ein Knie auf der Matte, das andere Bein vorne. Becken sanft nach vorne schieben, bis Dehnung an der Vorderseite der Hüfte spürbar. Aufrecht bleiben.

30 Sek. pro Seite, 3 ×
Verkürzter Hüftbeuger ist häufig Mitursache von LWS-Schmerzen.
08
LWS-Mobilisation & ISG

Wirbelsäulenrotation

Rückenlage, Beine angestellt. Beide Knie gemeinsam zur rechten Seite kippen, Schultern bleiben am Boden. Sanft in die Rotation atmen. Seite wechseln.

20–30 Sek. pro Seite, 3 ×
Ideal morgens nach dem Aufwachen – löst nächtliche Verspannungen.
09
Gesamte Wirbelsäule

Katzenbuckel

Vierfüßlerstand. Abwechselnd: Rücken runden (Katzenbuckel, Kinn zur Brust) und Rücken hohlkreuzen (Kuhposition, Blick nach oben). Langsam und fließend.

10–15 Wdh., 2 ×
Fördert Durchblutung und Beweglichkeit – täglich empfohlen.
10
Gluteus & Außenrotatoren

Gesäß-Dehnung im Sitzen

Aufrecht sitzen (Stuhl oder Boden). Rechten Knöchel auf den linken Oberschenkel legen. Leicht nach vorne beugen, bis Dehnung im Gesäß spürbar. Auch im Alltagsstuhl möglich.

30 Sek. pro Seite, 3 ×
Gut geeignet für Patienten mit eingeschränkter Bodenmobilität.

Allgemeine Empfehlungen für ältere Patienten

Wärme vor dem Üben (warme Dusche, Wärmflasche) entspannt die Muskulatur
Leichter Ziehschmerz beim Dehnen ist normal – starker Schmerz ist ein Stopp-Signal
Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität
Sanfte Ausdauer: Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren ergänzen die Übungen
Morgens nach dem Aufwachen: Rotationen und Katzenbuckel lösen nächtliche Verspannungen
Bei anhaltenden oder stärkeren Schmerzen: Osteopathietermin vereinbaren
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